Donnerstag, 29. Juli 2010

Hot Gossip !

Heute kann ich sagen, ich habe 10 Tage in Indien verbracht und das war kein Spaziergang. Ich werde mal ein paar Dinge klarstellen, die ich einfach vor einer Woche noch nicht wusste: das was so stinkt ist nicht das Wasser sondern das Insektengift was in den Waschbecken in Murmelform deponiert wird.
Ich hatte auch mit Abstand nicht den angstfreisten Taxifahrer, die fahren hier einfach nur so als wär‘s ihnen egal ob man überlebt und trotzdem steckt ein System hinter allem, sogar hinter dem ständigen Hupen.
Meine letzte Woche war ein großes Abenteuer und von der Menge an Ereignissen hätten es auch 3 Wochen sein können.
Nachdem mich Barat an meinem ersten morgen aus dem Guest house abgeholt hatte ging ein Papierkrieg los, den ich so nur aus Asterix & Obelix kenne, von einem Büro zum nächten muss man da rennen, ständig seine Blutgruppe angeben und den Namen des Vaters oder Ehemannes, und ohne mindestens ein Passfoto abgegeben zu haben verlässt man gar kein Büro, der Inder an sich mag gerne viele unnötige Kopien.
Als ich dann am Abend das erste mal in mein eigentliches Zimmer ging, was nach Absprache mit allen eine Zelle ist, wobei ich noch die größte habe, hatte ich endgültig keine Ahnung mehr wieso ich in Indien war. Ich hatte großes Glück als kurze Zeit später drei Spanierinnen vor mir standen und sagten es wäre ihnen am ersten Abend auch so gegangen.
Seit diesem ersten Abend hat sich einiges an meinen Gefühlen verändert, ich finde das Campusgelände wunderschön. Es gibt eine riesen Vielfalt an Tieren und Pflanzen, wahnsinnig viele verschiedene Arten von Rehen gibt es, die einem sehr nahe kommen,
aber immer abstand lassen. Bei den Affen die hier leben sieht das schon anders aus, die klauen einem auch schon mal das Obst oder den Saft direkt aus der Hand. Wegen diesen Affen haben wir auch Gitter vor den Fenstern und werden dazu angehalten diese trotzdem geschlossen zuhalten, weil die Affen sonst rein greifen würden. Hunde und Katzen gibt es auch und eine der kleinen Katzen habe ich Purzel genannt und die gehört jetzt mir, weiß sie nix von.

Ich habe zwar fast nur Kontakt mit Austauschstudenten, aber das schöne an denen ist, das man sich mit denen so gute austauschen kann :). Nachdem wir 16 also irgendwann alle Papiere ausgefüllt hatten, sind wir zur Belohnung erst mal nach Goa geflogen, weil wir dort gerne im Bikini am Strand liegen wollten und Cocktails trinken wollten, so hatten wir uns das vorgestellt. Wer nach Indien kommt darf aber nie ohne den Monsun rechnen, der ist nämlich im Moment in Goa, aber jetzt wissen wir wenigstens alle wie der ist, sehr, sehr nass.
Wir haben uns aber trotzdem nicht davon abhalten lassen ins Meer zu gehen, nass war man ja eh den ganzen Tag. In Goa hatten wir die Möglichkeit etwas ganz anderes zu sehen, als den ständigen Verkehr und das Gedränge was es überall in Chennai. Es war sehr schön die langen Straßen entlang zufahren und so wahnsinnig viel Natur zu sehen. Viel schöner war aber noch mit 16 Mann in einem Bus für 13 Schulkinder zu sitzen, aber man lernt sehr schnell in Indien, das es dazu gehört sich auch in die kleinsten Lücken zu pressen, vielleicht ist das sogar das Nationalsprichwort,dann würde zumnidestens das passen.
In Goa ist viel passiert, ich bin behandelt worden wie ein Rockstar (völlige übertreibung) tausende von Menschen wollten ein Foto von mir . Wir alle haben den Monsun erlebt und überlebt, ein toter Hund lag überfahren am Straßenrand und niemanden hat es interessiert, eine Kuh ist von einem Animal Security Service kurz vor dem Ertrinken aus einem Graben gezogen worden. Wir sind 2 Stunden lang von fünf Indern begleitet worden die uns am Ende auch nur ein schlechtes Gewissen machen wollten, weil wir nichts kaufen wollten. Ich habe das erste mal gehandelt und etwas gekauft, hab auf jeden Fall zu viel bezahlt und es stört mich gar nicht.
Vorgestern früh sind wir aus unserer kleinen Oase wieder zurück in die heimischen Zelle gekommen und ich hätte es nicht gedacht, aber ich habe mich gefreut wieder in mein Stahlbett mit Minimatratze zu klettern.

Gestern waren wir in Mamallapuram und haben uns Tempel angeguckt, gut gegessen uns zu sechst in ein Tuk Tuk gesetzt, mehr oder weniger. Gestern war aber auch der Tag der ersten Busfahrt für mich durch Indien, zwar keine besonders lange, aber auch keine schlimme, es war sehr witzig und nett. Auf dem Rückweg ist mir allerdings eindrucksvoll bewiesen worden wie super kalt so eine Klimaanlage einen Bus machen kann und danach hat mein Körper mir dann eindrucksvoll bewiesen wie uncool er das so findet. Ich habe nämlich gestern Abend Fieber vom feinsten mit schmerzen aller Art gehabt, aber nach 12 Stunden Schlaf, in langer Hose und Schal geht es mir heute schon wieder deutlich besser.

Freitag, 23. Juli 2010

meine ersten gedanken, ganz unverfaelscht




Es ist 1:43uhr deutscher zeit also kurz nach fuenf hier.

Ich wollte ganz ehrlich nicht aus dem Flugzeug steigen und tatsaechlich war ich die letzte, aber letztendlich auch draussen, obwohl es sich im ersten Moment mehr anfuehlte wie in eine Pissesaune zu laufen, ja es hat gestunken und ja es war sau warm, es ist tatsaechlich so schwuel das ich mein Laptop, der die ganze zeit eingepackt war erst mal abwischen musste, der hat naemlich auch geschwitzt.

Aber durch die pass Kontrolle hindurch, den ersten stopp auf einem indischen Klo, weiter zur Gepaeckausgabe und raus war ich aus der Sauna und drin in einer Menge von indischen Maennern, die andere indische Maenner abholen wollten. Oder einfach nur mit riesigen Waffen fuer Sicherheit sorgen wollten

Die vielen Inder konnten mich nicht mehr schocken, denn schon im Flugzeug von London aus war kein einziger hellhaeutiger, geschweige denn blonder Mensch mehr.

Naja einer dieser starrenden Männer hatte ein Schild mit meinem Namen drauf in der Hand.

Der gute heißt Barat und ich weiß nicht was der falsch gemacht hat, aber der hat mich jetzt wohl erst mal an der backe. Die Regensaison hat extra fuer mich auch schon 2 Monate frueher angefangen, denn es regnet hier die ganze zeit, aber das ist nicht so schlimm, ist nur niesel, ich als kuestenmensch finde das lachhaft, mal gucken wie ich das morgen sehe. Barat hatte extra für mich den todesmutigsten Fahrer von Chennai organisiert, diesen Titel hat er sich durch waghalsige Manoever verdient bei denen fast 3 Mopedfahrer gestorben waehren und eigentlich ununterbrochen gehupt werden muss, ich glaube das bedeutet hier so viel wie „hallo hier bin und wenn du dich nicht bewegst mach ich dich platt weil ich FAHRE JETZT!!!“ und der hat uns dann hier her gefahren, ich weis nichts über diesen Menschen nur das ich ihm keine Moeglichkeit gegeben habe zu sagen ob er Geld bekommt, da hatte ich mich schon wie selbstverstaendlich bedankt und verpisst.

Jetzt sitze ich gerade in einem kleinen hostel zimmer, wobei klein gelogen ist, gestern war ich in nem kleineren Zimmer, da konnte man aber Wasser aus der Leitung trinken.

Ein Fernseher gibt’s hier auch und ganz viel von meinem schweiß.

Der arme Barat, hoffentlich heißt der so, muss mich also morgen frueh um 10:30uhr, in 5 Stunden, wieder abholen und mit mir zum International Office gehen, auf dem Weg werde ich ihn fragen wieso er das macht, hoffentlich verstehe ich seine Antwort, bis jetzt ist das naemlich die Ausnahme.

Eine Sache noch zum Schluss, wer sich von dem Gestank des Wassers nicht abschraeken laesst und sein Kopf trotzdem unter so nen Hahn haengt, der hat auch selber schuld. Ich wuerde auch nicht erwarten, das mir das chlor Wasser aus dem Suedbad besonders gut bekommt.