Ich hatte auch mit Abstand nicht den angstfreisten Taxifahrer, die fahren hier einfach nur so als wär‘s ihnen egal ob man überlebt und trotzdem steckt ein System hinter allem, sogar hinter dem ständigen Hupen.
Meine letzte Woche war ein großes Abenteuer und von der Menge an Ereignissen hätten es auch 3 Wochen sein können.
Nachdem mich Barat an meinem ersten morgen aus dem Guest house abgeholt hatte ging ein Papierkrieg los, den ich so nur aus Asterix & Obelix kenne, von einem Büro zum nächten muss man da rennen, ständig seine Blutgruppe angeben und den Namen des Vaters oder Ehemannes, und ohne mindestens ein Passfoto abgegeben zu haben verlässt man gar kein Büro, der Inder an sich mag gerne viele unnötige Kopien.
Seit diesem ersten Abend hat sich einiges an meinen Gefühlen verändert, ich finde das Campusgelände wunderschön. Es gibt eine riesen Vielfalt an Tieren und Pflanzen, wahnsinnig viele verschiedene Arten von Rehen gibt es, die einem sehr nahe kommen,
aber immer abstand lassen. Bei den Affen die hier leben sieht das schon anders aus, die klauen einem auch schon mal das Obst oder den Saft direkt aus der Hand. Wegen diesen Affen haben wir auch Gitter vor den Fenstern und werden dazu angehalten diese trotzdem geschlossen zuhalten, weil die Affen sonst rein greifen würden. Hunde und Katzen gibt es auch und eine der kleinen Katzen habe ich Purzel genannt und die gehört jetzt mir, weiß sie nix von.
Ich habe zwar fast nur Kontakt mit Austauschstudenten, aber das schöne an denen ist, das man sich mit denen so gute austauschen kann :). Nachdem wir 16 also irgendwann alle Papiere ausgefüllt hatten, sind wir zur Belohnung erst mal nach Goa geflogen, weil wir dort gerne im Bikini am Strand liegen wollten und Cocktails trinken wollten, so hatten wir uns das vorgestellt. Wer nach Indien kommt darf aber nie ohne den Monsun rechnen, der ist nämlich im Moment in Goa, aber jetzt wissen wir wenigstens alle wie der ist, sehr, sehr nass.
Wir haben uns aber trotzdem nicht davon abhalten lassen ins Meer zu gehen, nass war man ja eh den ganzen Tag. In Goa hatten wir die Möglichkeit etwas ganz anderes zu sehen, als den ständigen Verkehr und das Gedränge was es überall in Chennai. Es war sehr schön die langen Straßen entlang zufahren und so wahnsinnig viel Natur zu sehen. Viel schöner war aber noch mit 16 Mann in einem Bus für 13 Schulkinder zu sitzen, aber man lernt sehr schnell in Indien, das es dazu gehört sich auch in die kleinsten Lücken zu pressen, vielleicht ist das sogar das Nationalsprichwort,dann würde zumnidestens das passen.
In Goa ist viel passiert, ich bin behandelt worden wie ein Rockstar (völlige übertreibung) tausende von Menschen wollten ein Foto von mir . Wir alle haben den Monsun erlebt und überlebt, ein toter Hund lag überfahren am Straßenrand und niemanden hat es interessiert, eine Kuh ist von einem Animal Security Service kurz vor dem Ertrinken aus einem Graben gezogen worden. Wir sind 2 Stunden lang von fünf Indern begleitet worden die uns am Ende auch nur ein schlechtes Gewissen machen wollten, weil wir nichts kaufen wollten. Ich habe das erste mal gehandelt und etwas gekauft, hab auf jeden Fall zu viel bezahlt und es stört mich gar nicht.
Vorgestern früh sind wir aus unserer kleinen Oase wieder zurück in die heimischen Zelle gekommen und ich hätte es nicht gedacht, aber ich habe mich gefreut wieder in mein Stahlbett mit Minimatratze zu klettern.
Gestern waren wir in Mamallapuram und haben uns Tempel angeguckt, gut gegessen uns zu sechst in ein Tuk Tuk gesetzt, mehr oder weniger. Gestern war aber auch der Tag der ersten Busfahrt für mich durch Indien, zwar keine besonders lange, aber auch keine schlimme, es war sehr witzig und nett. Auf dem Rückweg ist mir allerdings eindrucksvoll bewiesen worden wie super kalt so eine Klimaanlage einen Bus machen kann und danach hat mein Körper mir dann eindrucksvoll bewiesen wie uncool er das so findet. Ich habe nämlich gestern Abend Fieber vom feinsten mit schmerzen aller Art gehabt, aber nach 12 Stunden Schlaf, in langer Hose und Schal geht es mir heute schon wieder deutlich besser.
Huhu Phina!
AntwortenLöschenOh wow, das klingt definitiv nach einem riesengroßen Abenteuer und vielen vielen komischen/neuen/merkwüridgen oder ähnlichen EIndrücken. Total verrückt!
Ich lese auf jeden Fall gespannt weiter und drücke dir ganze fest die DAumen, dass du dich noch mehr an alles gewöhnst und es bald besser wird.
Ganz liebe Grüße aus Brasilien,
Esther