Nachdem mein Internet jetzt endlich auch in meinem Zimmer funktioniert muss ich hier glaube ich mal updaten was das Zeug hält.
Der erste Monat ist rum und ich freu mich auf die nächsten elf. Die Uni hat auch vor drei wochen angefangen, aber das stresst mich ja generell eher wenig, lass den Dozenten doch reden was er will, ich hab eh grad Sudoku. Auch ganz schön an der Uni ist das mein Wochenende bereits am Donnerstag um 11Uhr beginnt und das Rumreisen so einfacher wird.
bis jetzt habe ich noch kein Wochenende auf dem Kampus verbracht und um ehrlich zu sein habe ich das auch nicht vor, so schön es ist hier auch ist so langweilig ist es hier, also versucht man möglichst viel in Chennai oder Tamil Nadu zu machen.
Bei diesem versuch war ich jetzt schon in Kanchipuram, in Pondicherry und in Kodaikanal, nächstes Wochenende gehts dann nach Madurai und Kanyakumarie, dem suedlischten Punkt Indiens wo man die Sonne untergehen und den Mond aufgehen sehen kann, gleichzeitig!!!
Aber es ist viel leichter über die dinge zu berichten die schon passiert sind.
Das Wochenende vor dem Semester beginn sind wir nach Kanchipuram, die goldene STadt der tausend Tempel, gefahren. Wir hatten das ganze als Tagestrip geplant und sind morgens losgefahren zu dem Ort wo unserer Meinung nach der Bus fahren sollte, aber Pustekuchen, da gabs nur die Möglichkeit mit einem anderen Bus zur Hauptbushaltestelle zu fahren, das haben wir und gefühlte 200 andere dann auch gemacht, es war schön warm und ein gutes Busfahr- Erlebnis.
Angekommen in Kanchipuram haben wir uns dann ganz mutig Fahrräder geliehen und uns in den nicht ganz ungefährlichen Verkehr gewagt und von den 1000 Tempeln gerade mal 2 gesehen. Wir haben uns dann entschieden in Kanchipuram zu übernachten um ein bisschen stressfreier am nächsten Tag noch den ein oder anderen Tempel anzugucken.
Nachdem wir den ganzen Tag Staub auf der Straße geschluckt haben, hatten wir alle große Lust auf ein kaltes Bier, das ist ja aber in Indien nicht so leicht, aber wir haben ein Hotel mit Bar gefunden und ich hatte das erstemal das Gefühl, das ich als Frau irgendwo wirklich nicht erwünscht sei und da ich mit einer Jungsgruppe unterwegs war hatten die indischen Männer, glaube ich, ziemlich schnell ein sehr falsches Bild von mir. Das Bier hat trotzdem geschmeckt. Pünktlich um 22:30 Uhr wurde uns dann mitgeteilt das wir jetzt auch bitte austrinken und gehen sollten, in Indien gibts nämlich Zapfenstreich, da ist die Party um 23 Uhr zu ende und in den meistens Bars werden die Uhren auch noch vorgestellt.
Am nächsten Morgen standen wir auf einmal mitten in einem Festumzug, was ganz wahnsinnig schön war, jedenfalls bis zu dem ´Moment bis wir gesehen haben was der durchschintts Inder so macht um seinen Göttern zu huldigen, da hat ein Mann doch glatt ein Tuk Tuk mit 2 in seinem Rücken befestigten Hacken gezogen, geht auch, ist halt nur nicht schön und dauert ein bisschen länger...
Tags darauf hatte ich dann meinen ersten Unitag, aber wer will das schon hören, Uni ist Uni und hier scheint besonders wichtig zu sein das die A/C funktioniert und dann sind Dozenten wie auch Studenten sehr froh.
Zum aufwärmen fahren wir gerne an den Strand, wenn man ankommt will amn dann aber zur abkuehlung auch direkt ins Wasser, was in entsprechender Bekleidung auch kein Thema ist.
Nachdem wir alle ziemlich unmotiviert waren weiter Reis zu essen, war also klar nächstes Wochenende muss es mal wieder Nudeln und Pizza geben, deswegen sind wir dann nach Puducherry gefahren und ich würde das nicht wieder tun! das Essen war nicht gut und in Puducherry gibt es auch nichts zusehen ausser einer Strandpromenade ohne Strand. Nicht weit weg von Puducherry ist Auroville, ein merkwürdiger Propaganda-Ort an dem zwei Althippies eine Sekte gegründet haben.
Dort sind wir mit Rollern hingefahren, ich kleiner Angsthase, bin aber nur mit mitgefahren und auf halber Strecke ist uns dann das Benzin ausgegangen. Heinrich ist dann los gefahren und kam ungefähr 10 minuten später wieder mit einer Cola- Flasche voll Benzin und den Worten das wir niemals glauben würden wie diese Tankstelle aussehen würde. Da ein Liter auch nur bedingt hilfreich war, sind wir dann also zu besagter Tankstelle gefahren und haben uns erstmal nur doof umgeschaut, da war nämlich keine Tankstelle, nirgendwo eine Zapfsäule und Heinrich zeigt auf ein kleines Haus, in dessen Tür ein schwangere Frau steht, tatsächlich verkauft sie, mit ihrem Mann zusammen aus ihrer Küche heraus Benzin.
Ansonsten war das ganze eher ein schwacher Ausflug, als wir am nächsten Tag mit dem Bus die 3 Stunden zurückgefahren sind waren wir uns auch ganz sicher das darauf folgende Wochenende mal auf dem Kampus zu bleiben.
Der Gedanke war am Tag drauf schon wieder verworfen und am Dienstag haben wir dann die Bustickets nach Kodaikanal gebucht. Man fährt 11 Stunden mit dem Bus und kommt morgens um 7Uhr an und da Kodaikanal in etwa 2000meter liegt hat man die Möglichkeit den aller schönsten Sonnenaufgang zusehen, da waren die 11 Stunden völlig vergessen und als ich dann das Zimmer gesehen habe wollte ich schon gar nicht mehr gehen.
Es ist ein Ort in Indien an dem man richtig frieren kann, aber auch das war mal wieder ganz schön. Ansonsten war es ein sehr ruhiges, tempelfreies Wochenende.
Ich freu mich schon aufs nächste...